Kreta 1990 - Auf Sorbas' Spuren

In der Zeit, als unsere Kinder noch klein waren, pflegten wir bereits von Deutschland aus eine kleine Ferienwohnung auf Kreta zu mieten. In diesem Jahr war unsere Wahl auf Stavrós auf der Halbinsel Akrotíri gefallen.
Dieses Dorf bringt praktisch jeder mit dem Film Alexis Sorbas in Verbindung, denn hier wurden die Strandszenen und auch die "schön zusammenstürzende Seilbahn" gedreht.

Im Jahre 1990 war das Dorf noch eine sehr kleine und lockere Ansiedlung mit zwei oder drei Tavernen in der Hauptbucht sowie westlich des Ortes zwei Ferienanlagen mit Bungalows. Die eine davon hieß natürlich auch "Sorbas", hier wohnten überwiegend deutsche Gäste. Die andere hieß "Blue Beach", deren Wohnungen beherbergten hauptsächlich Engländer. Zu jeder der beiden Anlagen gehörte jeweils ein Lokal.

Wie zu erwarten, wir logierten im "Sorbas". In unserer Begleitung befand außer den beiden eigenen Söhnen auch Ruth, eine Nichte von mir, die war (und ist) ca. 3 Jahre älter als Julian.
Das Häuschen war sehr schön und wurde täglich geputzt. Trotzdem überraschten uns immer mal wieder mal Kakerlaken mit ihrem unerwünschten Besuch. Und die Viecher sind praktisch nicht zu erwischen, so schnell sind sie.
Zu den beiden Anlagen "gehörte" eine kleine sandige Badebucht, die von flachen Felsen gesäumt war. Den Kindern machte es einen Heidenspaß, von Felsen ins Wasser zu hüpfen. Da der Strand nicht sehr voll war, spielten wir gerne Ball, allerdings knallte ich schon am ersten Tag mit den Rippen auf einen versteckten Stein und so musste ich erstmal ein bisschen pausieren.

Die Bar im "Sorbas" war wesentlich schicker als bei den Nachbarn, dafür verfügte man dort über einen Pool und über die bessere Küche. So gingen wir je nach Lust und Laune mal hierhin, mal dorthin. Vor allen Dingen waren die Betreiber des "Blue Beach", zwei junge Männer und eine ebenso junge Frau, sehr nett. So saß ich öfter bei ihnen an der Bar als mit der Familie am Strand.

Während wir auf Kreta waren, fand die Fußballweltmeisterschaft in Italien statt. An den Spieltagen saß ich natürlich im "Sorbas", denn hier gab es einen großen Farbfernseher mit deutschen Kommentaren auf Eurosport. Klar, dass der Laden dann immer brechend voll war, aber ich hatte fast einen Stammplatz direkt an der Bar. Die Gäste des "Blue Beach" hatten nur einen Schwarz-Weißfernseher.
Griechenland war damals nicht für die Endrunde der WM qualifiziert, und so hatten viele, wenn nicht sogar alle Griechen die deutsche Mannschaft zu ihrem Favoriten erkoren. Immer wieder sahen wir bei unseren Ausflügen über die Insel junge Griechen im deutschen Trikot!
Doch später mehr über den Fußball.

Ruth brachte den Jungs auf unseren Autofahrten ein total nerviges Lied bei, das sie fortan natürlich pausenlos sangen. Und zwar so pausenlos, dass ich es heute noch (beinahe) auswendig kann. Es ist zwar kulturell nicht eben hochwertig, aber ich will es hier nicht vorenthalten:

Saßen zwei Gestalten auf einem Balken und die schrien nach Klopapier.
Und dann kam der Dritte, setzt sich in die Mitte, und sie schrien nach Klopapier.
Ja, dann kam der Vierte, der sich sehr beschmierte, und sie schrien nach Klopapier.
Und dann kam der Fünfte, der die Nase rümpfte, und sie schrien nach Klopapier.
Danach kam der Sechste, der sich sehr bekleckste, und sie schrien nach Klopapier.
Und dann kam der Siebte und der Balken wippte, und sie schrien nach Klopapier.
Und es kam der Achte, als der Balken krachte, und sie schrien nach Klopapier.
Und dann kam der Neunte, und die Masse* schäumte und sie schrien nach Klopapier.
Endlich kam der Zehnte, brachte das ersehnte Kloooopapieeer!
(*zensiert)

Weiter




© 2000-2012 by Klaus Eckhardt - Technische Betreuung durch Jakobs EDV

Werbung











Kalamaki-Rent Motors